Heutezunehmender Mond· Vollmond am 28. August
Jeder Stein gehört zu einem Ort.
Wir verkaufen keine Mineralien. Wir verkaufen Orte: ein Maar ohne Abfluss, einen See, über den kein Vogel fliegt, ein Heiligtum, an dem zweitausend Jahre lang Menschen einen Stein aufstellen ließen, weil etwas gut ausgegangen war.
Was überliefert ist, weisen wir mit Quelle aus. Was wir daraus machen, nennen wir unsere Lesart. Die beiden vermischen wir nicht.
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Der Mütter Segen
Am 28. August 2026, zwischen den Tempelfundamenten der Görresburg.
Karneol aus Madagaskar, geladen am Matronenheiligtum Görresburg.
Drei Orte zum Anfangen
Eifel · See
Weinfelder Maar
Im Maar soll ein Schloss versunken sein. Ist der Himmel klar und kein Lüftchen bewegt das Wasser, will man dessen Mauern in der Tiefe erkennen. In der Kapelle, die einsam am Ufer steht, soll nie eine Spinne und nie ein Gewebe gefunden worden sein, weil der Ort ein gar heiliger sei. Im Frühjahr liest man am Wasserstand das kommende Jahr.
Eifel · See
Laacher See
Wo heute der See liegt, stand in grauer Vorzeit eine stattliche Veste. Weil ihre Bewohner ein ruchloses Leben führten, versanken sie mit ihr, und Gewässer füllte den Abgrund. Deshalb vermag kein Vogel über den See zu fliegen, ohne seinen Tod zu finden. Nach anderer Erzählung stand hier ein Kloster, dessen Untergang der unsittliche Wandel seiner Bewohner brachte; darum tönt es mitternächtlich aus dem See herauf wie Chorgesang.
Eifel · Heiligtum
Matronenheiligtum Görresburg
Auf der Görresburg bei Nettersheim stand ab etwa 70 n. Chr. ein Tempel für die Aufanischen Matronen. Er gehörte zum römischen Straßendorf Marcomagus an der Agrippastraße und wurde über 300 Jahre genutzt. Rund 40 Weihesteine wurden hier gefunden; einige stifteten Beneficiarii, die an der Straße stationierte Polizei. Die Matronen erscheinen als drei nebeneinander sitzende Frauen in langen Gewändern, mit Kopfputz und Fruchtkörben.