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Edelsteine

Eifel · Rheinland-Pfalz · Berg

Hohe Acht

Hochacht

Überlieferung

Ein Mann aus Kaltenborn, der aus der Fremde heimkehrt, wird nachts von einem schwarzen Bock durch die Luft getragen. An der Hochacht hält der Bock an und fragt ihn, ob er wisse, dass hier ein mit Gold und kostbaren Schätzen gefüllter Keller sei. Der Mann weiß von nichts. Auf Geheiß des Bocks hebt er einen Stein auf; darunter liegt eine Schlange, die in seiner Hand zum Schlüssel wird. Er öffnet damit die Tür, nimmt so viel, wie er fortbringen kann, legt den Schlüssel unter den Stein zurück und erwacht bei Tagesanbruch in der Scheune seines Vaters, die Taschen voll Geld. Später kehrt er an die Stelle zurück, findet den Stein wieder und baut von dem Geld aus dem Keller eine Burg.

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Unsere Lesart

Der Bock verlangt nichts und nimmt nichts. Er zeigt, wo der Schlüssel liegt, und überlässt dem Mann, wie viel er davon fortträgt. Die Grenze ist keine Regel und keine Strafe, sondern schlicht, was einer tragen kann.

Dichtung, von uns

746,9 Meter, der höchste Berg der Eifel, ein Basaltkegel bei Adenau mit einem Aussichtsturm aus dem Jahr 1909. An klaren Tagen sieht man vom Turm bis zum Siebengebirge und in den Westerwald.

Schmitz überschreibt sein Kapitel nicht „Hohe Acht“, sondern „Die Hochacht“. Erzählt wird darin von einem Mann aus Kaltenborn im Kreis Adenau, der aus der Fremde heimkehrt und unterwegs eine Nacht bei fremden Leuten verbringt. Im Halbschlaf fordert ihn ein schwarzer Bock auf aufzusitzen, und es geht mit ihm durch die Luft, dass ihm fast Hören und Sehen vergeht. In behutsam an heutige Schreibung angeglichener Fassung:

Mit einem Male stand der Bock still und redete seinen Reiter also an: „Hier sind wir an der Hochacht; weißt du auch, daß sich hier ein mit Gold und kostbaren Schätzen gefüllter Keller befindet?“ Der Kaltenborner sagte: „Davon weiß ich nichts.“ Da fuhr der Bock fort: „Hebe diesen Stein auf!“ Jener that’s, und unter demselben lag eine Schlange. „Ergreife sie!“ gebot ihm der Bock. Der Kaltenborner that es und die Schlange ward zu einem Schlüssel.

Der Bock zeigt ihm die Tür. Der Mann schließt auf, nimmt sich von den aufgehäuften Schätzen so viel, wie er fortbringen kann, legt den Schlüssel unter denselben Stein zurück und setzt sich wieder auf. Bei Tagesanbruch erwacht er in der Scheune seines Vaters, die Taschen voll Geld.

Bemerkenswert ist, was nicht passiert. Es gibt keine Bedingung, keine Frist, kein Verbot, gegen das er verstoßen könnte, und niemanden, der ihn dafür straft. Er kommt später sogar wieder, findet den Stein, öffnet ein zweites Mal und baut von dem Geld eine Burg. Schmitz notiert dazu nur, niemand habe begreifen können, woher dem Mann, der ohne Kisten und Kasten aus der Fremde zurückgekommen war, die großen Geldsummen zuflossen.

Die einzige Grenze in dieser Sage ist die Tragfähigkeit des Mannes. Er bekommt so viel, wie er auf einmal fortbringt.

Ein Wort zur Sorgfalt: In der Eifel ist die Sage vom wilden Jäger weit verbreitet, Schmitz vermerkt sie ausdrücklich als „allerorts“ anzutreffen. Es wäre naheliegend, die Wilde Jagd über den höchsten Kamm der Eifel ziehen zu lassen. Nur steht das nirgends. Wir erfinden es deshalb nicht dazu.

Wann wir hier laden: bei zunehmendem Mond, oben am Gipfel, unter einem Stein.

Steine von hier

Belege

Belegt in gedruckter Quelle

  • Sagen und Legenden des Eifler Volkes. Johann Hubert Schmitz, 1858. Bd. 2, S. 55 f., Kapitel „Die Hochacht“. Digitalisat.gemeinfrei

Was noch offen ist

Am MDZ-Scan geprüft. Schmitz überschreibt das Kapitel „Die Hochacht“; die heutige Namensform Hohe Acht kommt bei ihm nicht vor, deshalb steht sie hier als Beiname. Die in der Eifel weit verbreitete Sage vom „ewigen oder wilden Jäger“ ist bei Schmitz ausdrücklich als allerorts verbreitet vermerkt, aber nicht an diesen Berg gebunden. Wir behaupten diese Verbindung deshalb nicht.

50.3861, 7.0011 · frei zugänglich · Ladefenster zunehmender Mond